Stichwaffe? Dolch!

Im Bild eine dreikantige Dolchspitze aus einer Titanlegierung … Infos zum MesserPreis-Wettbewerb gibt es auf: klingenmuseum.de
Spitze eines Dolches auf rotem Hintergrund
© VDB

Der Dolch ist mehr als ein nicht sehr scharfes, zweischneidiges Messer. Es ist ein extrem vielgestaltiger Messertyp, den es seit Jahrtausenden gibt (erste Exemplare gibt es aus der Steinzeit) und dessen hervorstechendstes Merkmal eben seine besondere Eignung zum Zustechen ist. Gleichzeitig schwankte das Image des Dolches im Laufe der Zeiten zwischen einem Statussymbol und dem Handwerkszeug von Meuchelmördern. Die Mörder schätzten die kompakten Abmessungen der verdeckt getragenen Waffe und die Tatsache, dass ein tödlicher Stich, eventuell sogar durch Schutzpanzerungen, quasi minimalinvasiv erfolgen konnte, was oft noch eine Flucht ermöglichte. Und Würdenträger schätzten den Dolch als Statussymbol, weil zum Beispiel Griffe aus Jade oder Gold und aufwendige Verzierungen nicht die Nutzenanwendung, sondern handwerkliches Können auf höchstem Niveau der entsprechenden Zeit und Kultur in den Vordergrund stellten. So ist der Dolch auch wichtiger Bestandteil vieler traditioneller Bekleidungen bis hin zur „Ausgehuniform“ des 20. Jahrhunderts geworden. Typisch für den Dolch ist eine Klinge mit mindestens zwei Schneiden, in manchen Fällen, wie bei einigen Stiletten, können es auch drei oder vier „Schneiden“ sein. Und das ist es auch, was das Solinger Klingenmuseum im Corona-Jahr 2021 als MesserPreis-Wettbewerb ausschreibt: Ein Dolch – Teilnahme nur noch bis Ende April! Wir sind sehr gespannt … 

www.klingenmuseum.de

Über den Autor/in

Christoph Daim

Christoph Daim

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde (DMG) und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. www.viennablade.com www.deutsche-messermacher-gilde.de