NWR-Praxistipp 16: Entnahme eines Waffenteils nun möglich

Am 30. Oktober 2021 wurde der Datenaustauschstandard XWaffe auf die Version 2.4 aktualisiert. Damit wurden einige Probleme gelöst, die für gewerbliche Erlaubnisinhaber häufig bestanden.
Aus dem Bildschirm eines aufgeklappten Laptops ragt eine Hand, die ein großes, rotes Ausrufezeichen hält
Einige rote Fehlermeldungen gehören mit dem Update auf XWaffe 2.4 nun der Vergangenheit an. @ Pixabay
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„Entnahme“ vereinfacht den Arbeitsprozess

Seit dem 30.10.2021 ist es nun auch Herstellern und Händlern möglich, ein Waffenteil per Meldung aus einer Waffe zu entnehmen. Die Entnahme-Meldung kann insbesondere dann genutzt werden, wenn ein einzelnes Waffenteil zwecks Reparatur weitergeschickt werden soll oder wenn ein Waffenteil aus Versehen falsch verbaut wurde. 

Wir empfehlen Ihnen, diesen Meldeanlass nicht zu nutzen, wenn Sie z. B. ein korrekt verbautes Waffenteil einzeln weiterverkaufen wollen. Hier nutzen Sie bitte weiterhin die Zerlegungsmeldung, um den Prozess im NWR korrekt abzubilden. Denn Sie sollten sich immer vor Augen halten, dass ein Datensatz mit einer W-ID eigentlich eine vollständige Waffe kennzeichnet. 

„Zugehörig zu“ macht keine Probleme mehr

Für gewerbliche Erlaubnisinhaber ist es nur möglich, ein Waffenteil als „verbaut in“ zu melden. Daneben gibt es im NWR jedoch für Waffenbehörden die Möglichkeit, ein Waffenteil als „zugehörig zu“ einer Waffe einzustufen. Dieser Status führte bei Erwerbsmeldungen von Herstellern oder Händlern zu einem Fehler. Mit XWaffe 2.4 wird diese Verknüpfung nun beim Erwerb einer Waffe durch einen Händler oder Hersteller automatisch gelöst, sodass nach der Erwerbsmeldung die Daten uneingeschränkt genutzt werden können. 

Verbesserte Hinweise werden Behördenanfragen reduzieren

Mit XWaffe 2.4. wurden die Information der Waffenbehörden in Rahmen der Hinweise verbessert, sodass die dahin enthaltenen Informationen nun direkt im Hinweis erkennbar sind und nicht erst nach Öffnen des Datensatzes sichtbar werden. 

Damit ist nun für die Waffenbehörden auch auf den ersten Blick erkennbar, ob eine Waffe oder ein Waffenteil durch einen gewerblichen Erlaubnisinhaber im Rahmen eines Ankaufs dauerhaft oder im Rahmen einer Reparatur nur temporär erworben wurde. Somit dürften die Anfragen der Waffenbehörden an die Kunden bzw. an die Büchsenmacher und Händler, die Reparaturwaffen angenommen haben, bzgl. einer Austragung der Waffe der Vergangenheit angehören. 

Herstellungsmeldung mit Teilen auf Herstellungs- und Handels-ID

Hersteller hatten häufig das Problem, dass bereits gemeldete Waffenteile, die sie für die Herstellungsmeldung verwendeten, teilweise auf der Herstellungs-E-ID, teilweise auf der Handels-E-ID gemeldet waren. Diese Tatsache führte im Herstellungsprozess zu einem Fehler, es war vor der Herstellungsmeldung jeweils eine Erwerbsmeldung der Teile von der Handels-ID auf die Herstellungs-ID möglich.

Dieses Problem, das einen unnötigen Meldeaufwand bedeutete, gehört nun der Vergangenheit an. Denn mit XWaffe 2.4. wird nur noch die Zugehörigkeit zur F-ID überprüft, sodass die Übertragung auf die Herstellungs-ID nicht mehr nötig ist. 

www.vdb-waffen.de

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