187.500 Euro für „historisches SUV“

Die Frühjahrsauktionen der Hermann Historica GmbH im Mai und Juni – die eine in Präsenz, die andere online – waren ein voller Erfolg für das Auktionshaus. In allen Bereichen konnten sehr gute Zuschläge verbucht werden, von einem verbeinten Radschloss-Karabiner über Ordonnanzwaffen aus Polen bis hin zu kolossalen Fahrzeugen aus den Dreißigern.
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© Hermann Historica

Ein erlesenes Beispiel höchster Kunstfertigkeit stellte ein Paar verbeinter Radschloss-Karabiner aus Teschen dar. Die reichhaltige Verzierung der Schäfte mit Einlagen aus Bein und Perlmutt zeigte neben Ranken und Schnörkeln auch Wild- und Fabeltiere sowie das Stadtwappen von Teschen. Diese in ihrer gesamten Anmutung unübersehbar einzigartigen Prestigeobjekte betonten damals den Status und Reichtum seines Eigentümers und wechselten erst bei 81.250 Euro den Besitzer. 

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Auch unter den modernen Systemen begeisterten seltene Raritäten, so zum Beispiel eine Pistole aus dem Kapitel „Ordonnanzwaffen Polen“ mit einem Startpreis von 5.000 Euro. Schon im Vorfeld war die Versteigerung einer extrem frühen Fertigung (Seriennummer 12!) der VIS Mod. 35 aus der Fabryka Broni in Radom in Fachkreisen rege diskutiert worden. Kaum aufgerufen überschlugen sich die Gebote, bis erst bei rekordverdächtigen 72.500 Euro der Hammer fiel. 

Eine Schönberger-Laumann Mod. 1894-II gilt als ein für die Geschichte der Waffenentwicklung wichtiges Stück, ist sie doch eines von nur sechs bekannten Exemplaren der weltweit ersten Selbstladepistole. Diese Rarität wurde im anerkannten Standardwerk „Vom Ursprung der Selbstladepistole“ von Joschi Schuy ausführlich beschrieben und wechselte für 27.500 Euro in eine neue Sammlung. 

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Während der Online-Only-Auktion Ende Juni erzielte ein korallenbesetzter Kilic aus dem 19. Jahrhundert, der mit Goldtausia, Versilberung sowie mit reichem Besatz von Korallen und Türkisen bestach, für 25.000 Euro den Besitzer. 

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Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde die Versteigerung von zwei ganz speziellen Liebhaberstücken erwartet, sozusagen SUVs der etwas anderen Art: Die „Krupp-Protze“ oder „Kfz 70“, ein als Mannschaftswagen konzipierter geländegängiger Sechsrad-Lastkraftwagen aus dem Baujahr 1941 und eine ebenso spektakuläre Flugabwehrkanone auf der Pritsche eines Mercedes-Benz L 3000 S, Baujahr 1939, gingen für 187.500 und 125.000 Euro weg. 

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Alle genannten Zuschlagspreise beinhalten Steuern und Gebühren von gesamt 25 Prozent.

www.hermann-historica.de

Über den Autor/in

Adina Lietz

Adina Lietz

Adina Lietz lebt mit ihrer Familie samt Hund in Kirchlengern am südlichen Hang des Wiehengebirges. Dank einer handwerklichen Ausbildung als Fotografin hat die diplomierte Sportjournalistin fundiertes Knowhow im Bereich Optik. Das Grüne Abitur 2006 lenkte das Interesse in die jagdliche Richtung.